The Blog of ILLE HAMMA

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Interview mit Ille Hamma für Eisenblatt

Bei „Facebook“ traf ich kürzlich Hendrik „Ille“ Ilgner, der ja Ende der Achtziger bei der Berliner Band B.O.R.N. als Sänger aktiv gewesen ist. Ich stelle ihm ein paar Fragen über diese Zeit, die er mir dann auch sofort bereitwillig beantwortete.

Hallo Ille! Zuerst einmal würde mich Dein musikalischer Werdegang bis zum Einstieg bei B.O.R.N. interessieren.
Bis ich 1988 bei B.O.R.N. einstieg, habe ich in verschiedenen Bands gesungen. Die letzte hieß BAROCK und wurde durch das sozialistische System auseinandergerissen. Der Gitarrist kam zur Armee und ohne ihn war die Luft raus.
Kannst Du mir etwas über den Werdegang der Band bis zu diesem Zeitpunkt erzählen? Vielleicht weißt Du ja etwas über die Gründung, den ungewöhnlichen Namen oder über das Schaffen der Band aus den Jahren vor 1988?
Ich glaube, die Jungs hatten damals Anderes zu tun, als sich um die Show oder einen coolen Namen den Kopf zu zerbrechen. B.O.R.N. hieß ja wohl „Band ohne richtigen Namen“, aber das war alles vor meiner Zeit. Es war immer so: Scheiß Promotion, gute Musik! (lacht)
Als Du Sänger bei B.O.R.N. wurdest, hatten sich die Jungs ja schon einen Namen gemacht. Was waren damals Eure internationalen Vorbilder, welchen Musikstil habt Ihr bevorzugt?
Eigentlich war es OZZY OSBOURNE, damit haben wir angefangen. Ich kam eher aus der JOURNEY-Ecke und so wurden die Songs von Mal zu Mal melodiöser und die Stimme rückte mehr in den Vordergrund.
Welche Einstufung habt Ihr erreichen können?
Sonderstufe mit Konzert-Berechtigung – 8,50 Mark die Stunde. Das sind umgerechnet 0,40 Euro. (lacht)
Ihr hattet ja auch eigene Songs am Start. Wurden die Texte damals auf Deutsch oder Englisch vorgetragen und kannst Du Dich vielleicht noch an ein paar Songnamen erinnern?
Beides. Wir hatten deutsche und englische Songs. Allerdings sind die deutschen immer mehr in den Hintergrund gerückt – die klangen immer Scheiße! Ungefähr so, als ob die PUHDYS Heavy Metal probieren. (lacht)
Einer unserer stärksten Songs damals hieß „Vengeance Of The Nature“ – Der Song ist gerade wieder sehr aktuell, wenn man nach JAPAN schaut. (Das Interview wurde nur drei Wochen nach dem Erdbeben-Tsunami in Japan geführt – Anm. des Verf.)
Es gibt eine Erwähnung der Band beim Festival „Heavy Metal For Unicef“ im Februar 1990, aber leider läßt sich heutzutage nichts mehr darüber finden. Kannst Du mir etwas zu diesem Festival erzählen und welche Rolle haben B.O.R.N. dort gespielt?
Wir waren eine der Bands dort. Das Schöne war, daß sich damals Ost und West vermischt haben. Es war das erste gemeinsame Festival. Die Ossis waren auf die bunten Hosen und die Cowboy-Boots scharf, die Wessis haben den Mund nicht zu bekommen, als sie hörten, daß wir circa zwanzig Gigs haben – im Monat und nicht im Jahr! (lacht)
Hast Du vielleicht noch eine Anekdote aus der damaligen Zeit auf Lager, welche die Leser heutzutage vielleicht amüsant finden könnten?
Alles verdrängt!
Ihr habt zur Wendezeit ein Drei-Song-Demo aufgenommen. Hattet Ihr das nur zum Abspielen in der „Heavy-Stunde“ aufgenommen?
Das war ein Promo-Tape, welches leider nicht mehr auffindbar ist. 1994 haben wir dann ein Album aufgenommen.
Wie seid ihr nach der Wende zurechtgekommen? Ihr habt ja 1990 und 1991 zwei weitere Demos aufgenommen. Hat Euch das voran gebracht und wie erging es B.O.R.N. in dieser Zeit?
Sehr gut. Wir haben nicht statisch abgewartet, sondern gleich im März 1990 in München, Bremen und so weiter gespielt. Wir haben den Poser-Fuzzys gezeigt, was Rock ’n‘ Roll ist!
1995 erschien Eure CD „Magic Of Music“, auf dem auch ein Song mit dem der Wahrheit sehr nahe gekommenen Titel „Say Goodbye To H.M.“ zu finden war. Erschien diese CD in Eigenregie oder hattet Ihr eine Plattenfirma für das Album gefunden?
In Eigenregie – und der Song „Say Goodbye To Heavy Metal“ war eine Abstrafung an unseren damaligen Produzenten, der stets meinte, wir sollten mehr Metal spielen. Ach ja: Weiße Socken hat er uns auch verboten. (lacht) Naja, wer weiß, wo der abgeblieben ist???
Die Zeiten für Bands des traditionellen Metals waren ja damals nicht so rosig. Erklärt dieser Umstand auch das Ende der Band im Jahre 1997?
Nein. Wir waren ausgebrannt und hatten keine Songideen mehr. Wir trafen uns nur noch im Proberaum, um das eine oder andere Sixpack zu killen. Darauf hatte ich kein Bock. Ich hatte auch Song-Ideen, die nicht mehr zu dieser Band paßten.
Zum Schluß habt Ihr ja noch Euer Abschiedskonzert aus dem Berliner „Franzz Club“ auf CD herausgebracht. Vorher soll aber noch eine EP namens „Big House“ erschienen sein. Was kannst Du mir zu diesen beiden CDs erzählen und kann man diese musikalischen Zeitzeugnisse heutzutage noch irgendwo erwerben?
Das waren die letzte Atemzüge und der „Franzz Club“ hat ja nach unserem Gig geschlossen. Das waren alles Gottes Zeichen, die Sache zu beenden.
Okay, dann laß uns zum Schluß noch auf Deine heutigen Aktivitäten eingehen. Soweit ich weiß, bist Du ja noch musikalisch aktiv und hast auch bei Dan Uhdens PANDEA-Projekt gesungen. Welche musikalischen Spuren hinterläßt Du in der heutigen Zeit?
Ich habe 1996 das Projekt ZIG-ZAG gegründet. (Ihr könnt Euch auf http://www.zigzag-music.de über die Band informieren – Anm. des Verf.) Im Jahr 2000 kam dann das Album „Generations Cut“. Bis heute sind wir sehr erfolgreich unterwegs und erspielen uns immer mehr Fans – ohne Label, denn die können mich mal!
Dann gibt es noch die große Band FIFTYFIVE mit Andreas Hommelsheim, in der ich neben Berliner Größen singen darf. Zwölf Mann auf der Bühne! (Infos hierzu bekommt Ihr auf http://www.55fiftyfive.com – Anm. des Verf.) Dort kann ich mich mega entfalten. Mit Andreas Hommelsheim arbeite ich schon seit über zwanzig Jahren für „Walt Disney“ zusammen. (Ille sang unter anderem den Titelsong für „König der Löwen 2“ – Anm. des Verf.)
Dann danke ich Dir für das Interview und wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg mit Deinen Projekten!

(Text: HeRo)

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